Mitgliederportrait Schlossgärtnerei Karlsruhe

Karlsruher Schlossgarten ist Vorreiter bei Bio

Die Karlsruher Schlossgärtnerei ist eine Produktionsgärtnerei des Landes Baden-Württemberg. Für den Botanischen Garten im Schlossgarten Karlsruhe und für weitere staatliche Gärten produziert die bio-zertifzierte Gärtnerei Beet- und Balkonpflanzen. Zudem kultiviert sie viele unterschiedliche exotische Pflanzen für die Schaugewächshäuser des Botanischen Gartens.

Mit seinen historischen Gewächshäusern und ganzjährig attraktiv gestalteten Außenflächen zieht der Botanische Garten zahlreiche Besucher an. Heimische und exotische Gehölze, Kübelbäumchen, Zierpflanzen und Gewürzpflanzen sind hier zu bestaunen. Eine weitere Besonderheit ist die große Vielfalt an Tulpen. Deren Pflanzpalette umfasst frühe Tulpen, Darwin-Hybriden-Tulpen, Triumph-Tulpen, lilienblütige Tulpen bis hin zu Wildformen. In den drei unterschiedlich temperierten Schauhäusern reicht der Pflanzenbestand von Kakteen über Zitruspflanzen bis hin zu Orchideen und Palmen. Als Richtschnur für die Auswahl der Pflanzen dient ein Pflanzenführer aus dem Jahr 1888.

Schlossgärtnerei seit 2021 bio-zertifiziert

Seit gut zehn Jahren wird die Schlossgärtnerei biologisch bewirtschaftet, 2021 wurde die Gärtnerei, 2023 zusätzlich der Botanische Garten bio-zertifiziert. „Als Landesbetrieb und öffentlicher Park mit einer hohen Besucherzahl wollen wir unserer Vorbildfunktion nachkommen und zeigen, dass der Anbau und die Pflege von Pflanzen mit verschiedensten Ansprüchen unter auch unter biologischen Bedingungen machbar ist“, erläutert Thomas Huber, Leiter des Karlsruher Schlossgartens, den Schritt zur Bio-Umstellung. „Die meisten Pflanzen in unseren Gewächshäusern passen eigentlich nicht zusammen, manche brauchen 10° Celsius, andere entwickeln sich am besten bei 20°Celsius“, ergänzt Andreas Schneller, Gärtnermeister und Leiter der Schlossgärtnerei. Daher sei es sehr aufwändig, die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen miteinander in Einklang zu bringen. „Mit der Umstellung auf Bio ist vieles aber einfacher geworden, wenn man sich an die gute gärtnerische Praxis hält, wie man sie von früher kennt.“

föga-Mitgliedschaft ermöglicht Austausch mit Gleichgesinnten

„Einer der Hauptgründe für unsere föga-Mitgliedschaft ist der Austausch mit gleichgesinnten Kolleginnen und Kollegen. Die Erfahrungen, die jeder macht, positive wie negative, kann man weitergeben. So muss nicht jeder dieselben Fehler machen“, betont Thomas Huber. Als weiteren Grund nennt er, dass das Thema Bio-Produktion im Zierpflanzenbau und in der Parkpflege so weitergetragen wird: “Man hat mit der föga ein Sprachrohr bis in die Politik. Das ist für die Idee der Bio-Produktion wichtig. Idealismus alleine reicht nicht – gemeinsam sind wir stark.“

Bio-Zertifizierung des Schlossparks in Sicht

Nach der Umstellungsphase – voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 – werden auch die Flächen des Karlsruher Schlossparks bio-zertifiziert sein. Damit ist Karlsruhe deutschlandweit absoluter Vorreiter. Bereits seit mehreren Jahren sind Teile des 40 Hektar großen Schlossparks im Verbund mit dem angrenzenden Hardtwald als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ausgewiesen. Dort dürfen beispielsweise von Schädlingen befallene Parkbäume nicht gefällt werden. Zudem verbleibt im Herbst das Laub der Parkbäume nach dem Mulchen auf dem Rasen.