Mitgliederportrait Floralita

Frische und getrocknete Bio-Blumen aus einer Hand

Die badische Bioland-Gärtnerei Floralita in Sinzheim hat einen beeindruckenden Wandel gemeistert – aus dem ursprünglich auf Rosen spezialisierten Betrieb haben Sonia Grimm und ihr Vater Markus Schmälze eine florierende, vielseitige Bio-Gärtnerei geschaffen. Stück für Stück verabschiedeten sich die beiden Bio-Gärtner von den konventionellen Rosenkulturen und haben innerhalb des bestehenden Systems den Anbau von Bio-Schnittblumen sukzessive erweitert. „Ich bin stolz darauf, dass wir diesen Wandel geschafft haben. Wir fühlen uns wohl damit und sind für viele Vorbild und Inspiration“, freut sich Sonia Grimm und ergänzt: „Uns liegt der Bio-Anbau sehr am Herzen und zusammen können wir in der föga wirklich etwas verändern. Auch der Austausch zwischen uns Bio-Gärtner:innen in der föga ist sehr inspirierend und hilfreich.“

 

Inspiriert durch die Slow-Flower-Bewegung

Der komplette Umstellungsprozess hat sich über zehn Jahre hingezogen. Um herauszufinden, was geht, hat Sonia Grimm zunächst vieles auf kleinen Testflächen ausprobiert. Dabei hat sich die studierte Landschaftsarchitektin und gelernte Zierpflanzengärtnerin von der ursprünglich aus den USA stammenden Slow-Flower-Bewegung inspirieren lassen. Verzicht auf klimatisierte Gewächshäuser im Winter und Angebot an saisonalen Schnittblumen sind Teil des Konzepts der Slow-Flower-Bewegung, die auch hierzulande immer mehr Anhänger findet.

„Nachhaltigkeit im Blumengeschäft bedeutet für uns, mit den Jahreszeiten zu ernten“, betont Sonia Grimm. Sie stellt das Sortiment so zusammen, dass es ohne Klimatisierung im Gewächshaus funktioniert und die Pflanzen gut über den Winter kommen. Einen Schwerpunkt innerhalb des breit gefächerten Floralita-Sortiments bilden deshalb so genannte Cool Flowers wie Levkojen, Löwenmäulchen und Campanula. Dabei handelt es sich um robuste, einjährige Sommerblumen, die bereits im Spätsommer und Herbst ausgesät oder gepflanzt werden und somit deutlich früher als ihre im Frühling angezogenen Artgenossen blühen.

Trockenblumen bereichern Sortiment

Mit dem Anbieten von Bio-Trockenblumen hat sich die Bioland-Gärtnerei einen Namen gemacht. In der blumenarmen Jahreszeit, aber auch zunehmend im Sommer bietet Floralita als eine von ganz wenigen Gärtnereien Bio-Trockenblumen an. „Damit verlängern wir die Saison, bieten mehr Vielfalt und fast unendlich lang haltbare Blumen. Viele Sorten sind sowohl frisch als auch getrocknet wunderbar“, schwärmt die Gärtnerin.

Mehrgleisige Vermarktung

Nicht nur beim Sortiment, auch bei der Vermarktung hat sich die badische Bio-Gärtnerei komplett neu ausgerichtet. Verlagert hat sie den Verkauf vom Großhandel hin zum Endkundengeschäft im hofeigenen Blumenladen und über den eigenen Online-Shop. „Damals, als Bio noch nicht cool war, war es enorm schwer, Bio-Schnittblumen zu vermarkten. Der Online-Shop war für uns der einzig mögliche Schritt“, betont Sonia Grimm. So sei es gelungen, bundesweit Kunden zu erreichen, die Bio schätzen und bereit waren, für die Bio-Blumen einen angemessenen Preis zu zahlen. „Wir machen ganz viel Pressearbeit und erklären, was das Besondere von Bio bei Schnittblumen ausmacht.“ Floralita ergänzt ihr Endkundengeschäft durch einen bundesweiten B2B-Versand und bietet seit kurzem zusätzlich Bio-Blumentüten an. Mit den ansprechend in Papier eingewickelten Sträußen aus saisonalen und frisch geernteten Bio-Blumen können Bioläden, Hofläden und Bio-Abokistenanbieter ihr Angebot bereichern.

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