Heidelberger Bio-Zierpflanzen- und Kräutertagung 2025

föga-Vorsitzender Herbert Vinken am föga-Stand während der Heidelberger Bio-Zierpflanzen- und Kräutertagung 2025

Von heimischen Wildstauden bis zu Bio-Kräuterjungpflanzen aus Portugal

Die diesjährige Jahrestagung der Fördergemeinschaft ökologischer Zier- und Gartenpflanzen (föga), der LVG Heidelberg und der ÖKOmene bot spannende Einblicke in die Gartenbaupraxis – im Fokus standen dabei gebietsheimische Wildpflanzen, Lavendel, Bio-Kräuter und Bio-Jungpflanzen. Mit rund 120 Besuchern war die Tagung sehr gut besucht und bot einmal mehr einen guten Rahmen für einen intensiven fachlichen Austausch rund um den Bio-Zierpflanzenbau. Zum Auftakt der Tagung begrüßte der föga-Vorsitzende Herbert Vinken die Teilnehmenden und dankte Barbara Degen von der LVG Heidelberg und ihrem Team: „Die LVG Heidelberg bietet für uns schon lange eine Art Zuhause, wo die Bio-Zierpflanzen- und Kräutertagung seit vielen Jahren fachlich und organisatorisch bestens aufgehoben ist.“ Anschließend gaben Claudia Schwägerl und Alexander Becker vom Frankfurter Palmengarten einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten der föga-AG Parks, botanische Gärten und Stadtgärtnereien. Andrea Frankenberg von Bioland und Robert Koch von der LVG Heidelberg führten durch die Veranstaltung.

Heimische Wildstauden bieten Mehrwert

Für mehr heimische Wildpflanzen und naturnahe Gärten warb die Staudengärtnerin und Landschaftsarchitektin Susanne Spatz-Behmenburg in ihrem Vortrag. Nicht nur als Nahrungsquelle für Insekten seien heimische Wildstauden wichtig: „Sie bieten eine große genetische Vielfalt und ermöglichen dadurch eine Anpassung der heimischen Pflanzenwelt an den Klimawandel“. Seit 15 Jahren engagiert sich die Inhaberin der Bioland-Gärtnerei StaudenSpatz im Naturgarten e.V., der seit 2009 mit dem Bioland e.V. kooperiert. Ihr Ziel ist es, andere Bio-Gärtnerinnen und -Gärtner für naturnah gestaltete Gärten und Grünflächen zu begeistern und sie dafür zu gewinnen, ihr Sortiment um heimische Wildstauden zu bereichern.

Gestärkte Lavendel

Wie viel eine ganzheitliche Pflanzenstärkung bringt, verdeutlichte Mareike van Adrichem in ihrem Praxiserfahrungsbericht. Die in Geldern-Walbeck am Niederrhein ansässige van Adrichem GmbH hat sich vor gut 20 Jahren auf Lavendel spezialisiert. Immer wieder war die Gärtnerei im Sommer von Ausfällen betroffen. „Wir mussten ganz viele Lavendel entsorgen. Dadurch sind wir zu Klaus Bongartz und zum Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln gekommen“, berichtet die Gärtnermeisterin.

Auf Empfehlung des erfahrenen Gartenbauberaters werden die Kulturen seither mit Pflanzenstärkungsmitteln abgegossen. Im Rückblick habe sich dies als richtig erwiesen, wie die Gärtnerin betonte: „Pflanzenstärkung ist gut für Mensch und Umwelt. Schätzungsweise kommen wir mit 70 bis 90 Prozent weniger chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln aus.“

Kaltnebeln gut für die Anwender

Die positiven Effekte einer ganzheitlichen Pflanzenstärkung über Kaltnebeltechnik erläuterte Martin Schärtl vom Betrieb 1A Garten Krauss in Weiden in der Oberpfalz. Statt auf Chemie setzt die Gärtnerei seit fünf Jahren auf Pflanzenstärkungsmittel. Ausgebracht werden die Bio-Stimulanzien in der fränkischen Gärtnerei mithilfe von Kaltnebelgeräten. Gegenüber dem Spritzverfahren biete dies einige Vorteile: Die versprühten Wirkstoffe können sich gleichmäßiger und besser in den Kulturen verteilen und effektiv wirken. Wichtig sei es aber, dass das Kaltnebelgerät mit einer Zeitschaltuhr und einem Rührwerk und wegen der unterschiedlich hohen Häuser mit einem ausfahrbaren Mast ausgestattet ist.

Bio-Kräuter-Jungpflanzen aus Portugal

Mehr qualitativ hochwertiges Bio-Pflanzenvermehrungsmaterial für den Bio-Zierpflanzenbau – das will das BÖL-Projekt BioZierPVM erreichen. Das Pflanzenzüchtungsunternehmen Elser pac mit seinem Standort in Thiendorf bei Dresden ist eines von 13 Projektbetrieben. Auf der Tagung präsentierte Mario Anderka, Betriebsleiter von Elsner pac, das sächsische Unternehmen. Neben der Produktionsstätte für Jungpflanzen in Thiendorf gehören zwei weitere Produktionsstätten in Kenia und Portugal zum Betrieb. Die Elsner pac Vertriebsgesellschaft mbH ist von Ecocert als Bio-Händler zertifiziert und vertreibt Bio-Kräuter-Stecklinge aus ihrem bio-zertifizierten Betrieb in Portugal.

Gärtnerei Rankers leistet sich offensives Marketing

Swen Rankers vom Bio Gartenbaubetrieb Rankers GmbH aus Straelen präsentierte auf der Bio-Zierpflanzentagung seine einzigartige Vermarktungsstrategie des Kräuterlabels LaBio. Besonders viel Geld hat das Familienunternehmen ins Marketing investiert, um die Marke LaBio aufzubauen und im Markt unterzubringen. Die Kräuter liefern sie nur zu bestimmten Bedingungen an inhabergeführte Fachgartencenter. Diese verpflichten sich vertraglich, LaBio-Produkte möglichst ganzjährig abzunehmen und eigenständig im Markt zu platzieren und präsentabel zu halten.

Heidelberger Tagung 2025

Exkursion zur Gärtnerei Weilbrenner in Freinsheim

Dienstag, den 30. September 13:00 Uhr Freinsheim

Vorträge und Austausch im Verbinder

Mittwoch, den 1. Oktober 
LVG Heidelberg