Torfreduzierte Substrate

Torfreduzierte und torffreie Substrate für den ökologischen Kräuterbetrieb – Erprobung, Optimierung und Wissenstransfer

Die Nachfrage nach Bio-Topfkräutern ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und die Bio-Branche ist bestrebt, passende alternative Substrate mit weniger Torfanteil zu liefern. Aus diesem Anlass entwickelte ein Konsortium aus Wissenschaft, Beratung, Praxis und Erdenindustrie stärker torfreduzierte bis hin zu torffreien Substraten für die ökologische Topfkräuterproduktion.

Förderung, Laufzeit und Projektpartner

Gefördert wurde das Projekt „Torfreduzierte und Torffreie Substrate für den Ökologischen Kräuterbetrieb – Erprobung, Optimierung und Wissenstransfer“ (TerÖko) über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) und wurde Ende 2025 mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Projektpartner waren die Bioland Praxisforschung GmbH, die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für den Gartenbau (LVG) Heidelberg, die Fachhochschule Erfurt, die Universität Kassel/Witzenhausen, das Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft, der Anbauberater Klaus Bongartz und 14 Bio-Kräuterbetriebe im gesamten Bundesgebiet.

Anbauversuche mit Topfkräutern

In Versuchen wurden Substrate mit einem stärker reduzierten Torfanteil bis hin zu torffreien Substraten untersucht. „Insbesondere Kräuter, die direkt in den Topf gesät werden, stellen eine große Herausforderung an das Substrat und dessen Qualität dar“, erklärt Robert Koch von der LVG Heidelberg. Gemeinsam mit der Praxis entwickelten und erprobten die Projektpartner Lösungsstrategien.

Im Rahmen von Anbauversuchen auf den Projektbetrieben und an den Versuchsstandorten Heidelberg und Erfurt wurde der Topfkräuteranbau in torfreduzierten und torffreien Substraten hinsichtlich Bewässerung, Nährstoffmanagement und Pflanzenschutz optimiert. Begleitet wurden diese Versuche durch physikalische, chemische und biologische Analysen sowie eine betriebswirtschaftliche Bewertung. Sogenannte „Shelf-live-Versuche“ zur Bewertung der Kräuterqualität bis zum Verbraucher wurden zusätzlich durchgeführt.

Alle Ergebnisse der Versuche finden sich im Anschluss mit link zu Hortigate.

Güterichtlinien für Kompost

Ein weiterer Teilbereich von TerÖko beschäftigte sich mit dem Substratbestandteil Kompost. Schon heute enthält fast jedes Substrat im Bio-Anbau Kompostanteile von mindestens 10 Prozent. „Hochwertiger Kompost sorgt für eine gesunde Pflanzenentwicklung und kann viele weitere Probleme im Anbau lösen. Allerdings schwanken die Qualitäten teils stark“, so Christian Bruns von der Uni Kassel/Witzenhausen. Ein weitere Ziel des Projektes war es daher die Verfügbarkeit von Premium-Komposten in Zusammenarbeit mit der Praxis, der Kompostwirtschaft, der Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. und weiteren Experten zu erhöhen. Substrate mit Premium-Komposten wurden auf den Betrieben und an den Versuchsstandorten getestet. In Kooperation mit der Bundesgütegemeinschaft Kompost wurde ein Prozess angestoßen und Vorschläge erarbeitet um die Güterichtlinie für Substrat-Komposte weiter zu differenzieren.

Workshops

Neben den Versuchen  fanden Workshops zu Nachhaltigkeitsaspekten der Torfersatzprodukte, zum Austausch des vorhandenen Wissens im Bereich bodenbürtige Krankheiten und Schadorganismen, zum Einsatz von Grüngutkomposten und deren Auswirkungen statt sowie zum Ende des Projektes ein Abschlussworkshop wie tatsächlich in Zukunft mehr Grüngutkompost ist Substrat kommen kann. Alle Workshopergebnisse sind unten aufgeführt.

P R O J E K T E R G E B N I S S E
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Merkblatt TerÖko

Das Merkblatt bietet einen kompakten Überblick über die aktuellen Herausforderungen, Potenziale und Handlungsmöglichkeiten rund um den Torfersatz im Bereich Bio-Topfkräuteranbau. Auf Basis der Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt TerÖko zeigt es praxisnahe Strategien auf, stellt geeignete alternative Substratkomponenten vor und erläutert deren Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Kulturen. Im Mittelpunkt steht dabei der regional verfügbare Substratbestandteil Kompost. Darüber hinaus informiert das Merkblatt über betriebswirtschaftliche Herausforderungen und gibt Empfehlungen, wie der Übergang zu nachhaltigen Substraten schrittweise gestaltet werden kann.

          MERKBLATT ALS PDF (zum Anschauen) 

          MERKBLATT ALS PDF (zum Ausdrucken)

 

Publikation Kompostreife

  • Überblick zur Bestimmung der „Reife“ von Biogut- und Grüngut­komposten anhand zentraler Qualitätsparameter, die gängig in der RAL-Gütesicherung Kompost der Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) sind: > Publikation <

 

Projektposter zu verschiedenen Themen

 

Erklärvideos

  • Allgemeine Info zum Projekt: > VIDEO <
  • Angepasste Düngung von Bio-Topfkräutern in torfreduzierten Substraten: > VIDEO <
  • Bedarfsgerechte Düngung von Bio-Topfkräutern – ein Rechenbeispiel: > VIDEO <

Ergebnisse aus den Versuchen 2021-2024 (an der FH Erfurt und der LVG Heidelberg):

Kalibrierungsversuche zu Beginn des Projektes

Kalibrierungsversuch mit Petersilie und Basilikum in torfreduzierten/-freien Substraten(LVG Heidelberg und FH Erfurt):

 

Versuche Düngung

 

Versuche Kompost 2022

 

Versuche Kompost 2023

 

Versuche Kompost 2024

 

Versuche Netzmittel

 

Versuche Haltbarkeit (Shelf-Life)

 

Versuche Sonstige

 

Ergebnisse der Praxisversuche auf den TerÖko-Projektbetrieben

Ergebnisse der Praxisversuche Anfang und Ende 2024

Ergebnisse aus den Workshops:

Workshop Grüngutkompost im Substrat

Workshop Mehr Grüngutkompost im Substrat!

Projektbetriebe

  1. Pflanzen aus dem Cuxland, Loxstedt-Bexhoevede
  2. Rogge KG, Westoverledingen
  3. herb`s, Dötlingen
  4. Jentjens Gärtnerei GbR, Weeze
  5. LA`BiO, Straelen
  6. Blu-Blumen, Grefrath, Langenberg und Bexterhagen
  7. Gärtnerei Köllen, Rommerskirchen
  8. Mulke Topfkräuter, Wiesbaden
  9. KräuterGut, Nürnberg
  10. Lemberghof, Erdmannshausen
  11. Gärtnerei Gaißmayer, Illertissen
  12. Pflanzen Kölle, München
  13. Gemüsewerkstatt Grünschnabel, Drei Gleichen
  14. Bunte Beete, Waltershausen

Projektpartner

  1. Bioland Beratung GmbH, Mainz, Gwendolyn Manek, Andrea Frankenberg
  2. Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für den Gartenbau (LVG) Heidelberg,
    Barbara Degen, Robert Koch und Daniel Möhle
  3. Fachhochschule Erfurt, Prof. Dr. Birgit Wilhelm und Jonas Buck
  4. Universität Kassel/Witzenhausen, Dr. Christian Bruns und Ramia Jannoura
  5. Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft (ISA),
    Neu-Eichenberg, Ralf Gottschall
  6. Betriebsbegleiter Klaus Bongartz, Nettetal

Förderhinweis

TerÖko wurde gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL). Die Geschäftsstelle des BÖL befindet sich in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).